|
Ein Reisebericht von Simone Witt
Aus den bisher besuchten Urlaubszielen (Spanien, Griechenland, Türkei, Ägypten, Sri Lanka, Kenia) ist Kenia das Urlaubsziel, welches bei mir den größten Eindruck hinterlassen hat.
Am 22. September 2000 starteten wir von Frankfurt aus in Richtung Kenia, Südküste, Galu Beach, Hotel Neptune Paradise (Bucher Reisen, p.Person damals 1.650,00 Mark, All Inklusive). Nach einem 8-stündigen Flug mit Condor in Mombasa angekommen, ging es nun weiter mit einem kleinen Bus.
Da Mombasa eine Insel ist, mussten wir mit der Fähre übersetzen, um an die Südküste zu gelangen. Die Fahrt mit der Fähre gehört zu den Eindrücken, die in mir immer noch ein ungutes Gefühl auslösen. Mit der Fähre werden neben Autos auch Menschen ohne Fortbewegungsmittel oder mit Fahrrädern übergesetzt.
Hunderte von Menschen strömen nun also auf die Fähre, nachdem die Autos auf der Fähre geparkt haben. Während der Überfahrt werden wir als Touristen in den Bussen angestarrt und, wenn man das Fenster nicht schließt, auch angebettelt. Das ist die andere Seite von Kenia ... die Armut der Menschen. Ich bin froh, als die Fähre anlegt und wir wieder festen Boden unter den Füßen oder besser unter den Reifen haben.
Auf der Fahrt zum Hotel sehen wir die ärmlichen Behausungen der Einwohner Kenias. Aber überall stehen Kinder am Wegesrand und winken uns freundlich zu.
Im Hotel angekommen, wird erst mal ausgepackt. Das Hotel soll 4 Sterne haben. Hat es wohl auch - für kenianische Verhältnisse. Für uns hat es im höchsten Fall 3 Sterne und ist ziemlich abgewohnt. Aber nun ja, man ist in Kenia und kommt sich im Gegensatz zu den Einwohnern sowieso vor, als ob man im größten Luxus wohnt.
Am Nachmittag werden wir vom Animationsteam eingeladen, eine kleine Reptilienfarm direkt neben dem Hotel zu besichtigen. Unser erster Eindruck von der Tierwelt Kenias .... Krokodile, Riesenschildkröten, Schlangen .... ich war bereits da fasziniert.
Die nächsten Tage war dann Relaxen angesagt. Am Strand - der schneeweiß ist - kann man nicht liegen, da Ebbe und Flut stark ausgeprägt sind. Auch die Händler am Strand sind sehr aufdringlich. Man hätte keine Ruhe. Der Hotelgarten ist aber so angelegt, dass man fast direkt am Meer liegt - etwas oberhalb und nur ein paar Stufen hinuntergehen muss, um Sand unter den Füßen zu haben.
Leider war das Baden im Meer nicht so wirklich möglich, da der ganze Boden mit Seegras überdeckt war und es extrem giftige Seeigel dort gibt, die man nicht sieht, weil sie im Gras versteckt sind. Ich hab mir das Baden also lieber versagt ....
Wenn wir dann abends in unser Zimmer zurückgegangen sind, wurde man regelrecht belästigt. Aber nicht von Menschen, sondern von unseren Urahnen - den Affen. Sie kamen gegen 17:00 aus dem Dschungel ins Hotel auf der Suche nach Menschen, die mit ihnen eine Banane oder sonstiges Essen teilen wollten. Man musste wirklich aufpassen, denn Affen können gefährlich werden, wenn sie nicht bekommen, was sie möchten. Also lieber kein Essen mitnehmen oder es wirklich bei der ersten Aufforderung hergeben.
Auch die Fenster in den Zimmern sollte man bewachen, wenn sie offen sind. Die Affen kennen keine Scheu, und nach der Suche nach etwas Essbarem nehmen sie offenstehende Fenster oder Türen als Einladung an ....
Die Tierwelt macht natürlich neugierig, und so buchten wir bei einem der Strandboys eine Safari in den Tsavo Nationalpark. Ich war bis zur Abreise sowieso schon angetan von dem grünen Kenia, aber diese Safari übertraf alle meine Erwartungen. Man kann das gar nicht wiedergeben, was ich auf dieser Safari empfand. Es war einfach überwältigend, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können: Giraffen, Elefanten, Impalas, Flusspferde, Zebras, Vogel Strauß, Löwen bei ihrem Mahl (Zebra), Paviane, Büffel, Hyänen und als Krönung ein Gepard.
Auch die Übernachtung in der Voi-Lodge war einfach traumhaft - auch wenn ich wenig Schlaf fand. Überall die Tiergeräusche, keine Fensterscheiben, sondern nur starke Fliegengitter, ich hab - ehrlich gesagt - schon ein bisschen Angst gehabt. Deshalb war an Tiefschlaf auch nicht zu denken.
Die Voi-Lodge hatte ein künstlich angelegtes Wasserloch. Durch einen unterirdischen Gang konnte man bis zum Wasserloch laufen und dort die wilden Tiere fast hautnah erleben. Einfach nur wunderschön ....
Und dann morgens um 5:30 ging es auf die Pirsch. Denn um diese Uhrzeit jagen die Geparden. Es war einfach atemberaubend, bei Sonnenaufgang durch den Park zu fahren und die Tiere zu beobachten.
Da wir nur zwei Tage gebucht hatten, ging es leider viel zu schnell wieder in Richtung Hotel an die Küste. Wir beschließen, dass wir irgendwann wieder einmal nach Kenia kommen und dann aber unbedingt 3 Tage in die Massai Mara fahren.
Vier Tage vor unserer Abreise besuchten wir noch Wasini Island und ein Meeresschutzgebiet. Auch das war beeindruckend. Dieter ist sogar mit Delfinen geschwommen.
Auf Wasini Island haben wir auch eine kleine Katze gerettet, deren Mutter am Tag zuvor von einer Schlange getötet wurde. Die Katze durfte mit nach Deutschland in einen Haushalt, in dem bereits 2 Katzen lebten. Leider haben wir keinen Kontakt mehr, und ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist.
Die Strandboys am Hotel haben auch Ausflüge mit den kleinen "Nussschalen" angeboten. Mit ihnen konnte man bei Ebbe zu vorgelagerten Sandbänken fahren und ein bisschen schnorcheln. Die Fahrt mit den Booten ist jedenfalls ein Abenteuer, denn so ganz wasserdicht sind sie nicht, und so fährt außer dem Steuermann noch ein "Angestellter" mit, der mit einem alten Eimer das Wasser aus der "Nussschale" wieder ins Meer kippt.
Aber irgendwann waren die 14 Tage vorbei und wir mussten leider wieder nach Hause fliegen.
Aber eines steht bereits fest: Jambo Kenya, wir kommen wieder!
|