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Von Thomas Sturm
Beijing. Der Name des alten Pekings hatte schon immer einen besonderen Klang. Für viele Jahre war es eine der größten Städte der Welt, das Zentrum absoluter Macht über hunderte Millionen Chinesen. Reichtümer wurden hier angehäuft und wieder verschwendet, ganze Dynastien von Kaisern haben von hier aus regiert und verschwanden wieder im Staub der Geschichte.
Und auch heute noch ist Beijing die Hauptstadt von nun schon mehr als 1.200 Millionen chinesischen Staatsbürgern. Diese Stadt sollte sicherlich in keiner Reiseplanung fehlen!
Geschichtliches
Schon über 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung fand sich eine Stadt am Ort des heutigen Beijing, mitten in einer äußerst fruchtbaren Ebene. Diese Lage machte die Stadt schon bald zu einem Zentrum des lokalen Handels und zu einem der Ziele der Kamelkarawanen aus der Wüste Gobi mit Anschluss an die bereits aufblühende Seidenstraße.
Über die nächsten 2000 Jahre wurde die Stadt mindestens ein halbes Dutzend mal erobert, zerstört, wieder aufgebaut und umbenannt, bevor sie schließlich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert zur Hauptstadt des Reichs der Mitte aufstieg.
Nahezu alle heute im Stadtgebiet zu findenden Kulturschätze datieren aus der Zeit vom 14. zum 19. Jahrhundert, der Epoche der Ming- und Qing-Dynastien. Ebenfalls erhalten, wenn auch nicht sehr leicht zu entdecken, sind Spuren der Kolonialzeit und des Boxeraufstandes sowie natürlich eine Vielzahl von Gebäuden aus den frühen Jahren der kommunistischen Herrschaft, die nun auch schon langsam zu den historischen Gebäuden gezählt werden müssen.
Orientierung
Wie viele chinesische Städte ist auch Beijing sehr weitläufig angelegt. Was auf dem Stadtplan wie ein Spaziergang aussieht, kann durchaus in eine mehrstündige Wanderung ausarten. Sie können die Stadt auf vielerlei Art entdecken: Es gibt mehrstündige Bustouren, die Sie in vielen Hotels buchen können, oder Sie versuchen es auf eigene Faust mit Taxis, Stadtbussen oder ganz einfach mit dem Miet-Fahrrad.
Die Straßen sind generell in einem Nord-Süd-/Ost-West-Raster angelegt und überall gut beschildert, sowohl mit chinesischen Schriftzeichen als auch in einer lateinischen Umschrift.
Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind wegen ihrer Größe selbst auf dem kleinsten Stadtplan leicht zu finden - im Stadtzentrum der riesige Tian An Men-Platz, gleich nördlich davon die Verbotene Stadt, und im Südosten finden Sie in einem weitläufigen Park den Himmelstempel.
Von Beijing aus leicht zu erreichen sind die Chinesische Mauer, der Sommerpalast und die Gräber der Ming-Kaiser. Hierfür ist es auf alle Fälle zu empfehlen, sich einer der überall angebotenen Bustouren anzuschließen.
Vergessen Sie auch nicht, sich neben den vielen großen Sehenswürdigkeiten auch etwas Zeit für das alltägliche Leben der Beijinger zu nehmen. In den kleinen Nebenstraßen der 13-Millionen-Metropole gibt es vieles zu entdecken.
Unternehmungen
Jeder Reiseführer hat eine lange Liste an Aktivitäten für diese Metropole. Wir möchten Ihnen hier nur eines nahelegen: Radfahren!
Fahrräder können in vielen Hotels gemietet werden und bieten eine schnelle und bequeme Methode, um die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erreichen. Unterwegs könnnen Sie anhalten, wo immer Sie wollen, und es ist leicht, mit den Beijinger Einwohnern von Fahrrad zu Fahrrad in Kontakt zu kommen.
Die Straßen Beijings sind sehr breit, und es gibt kaum Steigungen zu bewältigen. Alle größeren Straßen haben breite Radwege, die komplett vom Motorverkehr getrennt verlaufen. Nirgendwo sonst wird einem das Radfahren so leicht gemacht!
Praktische Tipps
- Es kann nicht oft genug gesagt werden: Beijing ist eine riesige Metropole. Entfernungen können sehr leicht unterschätzt werden.
- Falls Sie unserem Ratschlag folgen und ein Fahrrad mieten wollen, bringen Sie ein gutes Radschloss von zu Hause mit.
- Es lohnt sich, Ihre Tage vorauszuplanen - es gibt hier so viel zu sehen, dass man leicht die Übersicht verliert und Sehenswürdigkeiten links liegen lässt, für die man später durch die ganze Riesenstadt zurückkommen muss.
- Lassen Sie sich Ihre Tagesziele im Hotel in Chinesisch auf ein Stück Papier schreiben. Taxifahrer sprechen nahezu nie Englisch.
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Taxifahrer zu Beginn der Fahrt die Taxiuhr anstellt.
- Stadtbusse sind fast immer überfüllt, und es kann sehr eng zugehen. Hängen Sie sich den Tagesrucksack vor die Brust und tragen Sie keine Wertsachen in äußeren Kleidungstaschen.
- Essen: Neben der berühmten Peking-Ente gibt es hier sehr viele leckere Snacks - an jeder Straßenecke! Kaum etwas wird je mehr als umgerechnet einen Euro kosten, halten Sie also ruhig gelegentlich mal an und probieren Sie, was auch immer gut aussieht. Selbst wenn Sie nicht so genau wissen, was Sie da essen ... es schmeckt bestimmt!
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