Der Ort
Kühlungsborn, das Ostseebad mit dem
einprägsamen Namen, genießt seit über hundert Jahren einen
ausgezeichneten Ruf als eines des stilvollsten Bäder an der schönen
Küste Mecklenburg-Vorpommerns.
Eine halbe Autostunde
entfernt von der Hansestadt Wismar liegt es direkt an der Mecklenburger
Bucht zwischen der See und dem bewaldeten Höhenzug Kühlung, von dem es
1938 nach dem Zusammenlegen der Seebäder Brunshaupten und Arendsee
seinen Namen erhielt.
Der geneigte Besucher ist beim
Schlendern durch den Ort, der sich hinter einem Baumgürtel (etwas
euphorisch "Stadtwald" genannt) entlang des schönen Sandstrandes
erstreckt, beeindruckt von der Architektur der Jahrhundertwende. Hier
reiht sich Jugendstilvilla an Jugendstilvilla; seelenlose Betonklötze
fehlen zum Glück völlig.
Nach der Wende gab es intensive
Bemühungen, die Bausubstanz der großenteils hundert Jahre alten Gebäude
zu restaurieren, und das hat sich ausgezahlt. Kühlungsborn ist ein
architektonisches Schmuckstück und eine wahre Augenweide.
Der Strand
Der
feinsandige, etwa vier Kilometer lange Strand ist übersät mit
Strandkörben, die man für um sechs Euro pro Tag mieten kann. Badespaß
für Familien und Sonnenanbeter aller Art ist hier garantiert.
Auf
der breiten Strandpromenade flaniert man gemächlich bis hin zum
Westende, wo die imposantesten Hotels stehen. Zwischendurch laden immer
wieder Strandcafes und Gasthäuser dazu ein, sich in der Sonne
niederzulassen und dem bunten Treiben zuzuschauen.
An
den Strand kommt man selbstverständlich nur gegen Entrichtung der
sogenannten Kurtaxe, die hier wie auch in anderen deutschen
Strandbädern der Gemeinde eine hübsche Einnahmequelle verschafft.
Dafür
kann man sich in der ruhigen Gewißheit wiegen, dass die DLRG von ihren
weiß angestrichenen Wachtposten aus die eigenen Schwimmaktivitäten
wohlwollend überwacht und gegebenenfalls zur Rettung ausrückt.
Außerhalb des Ortes gibt es jedoch auch frei zugängliche Strände, die allerdings nicht gepflegt werden.
Aktivitäten
Kühlungsborn
ist trotz stattlicher Besucherzahlen angenehm klein und familiär
geblieben. Wer auf Remmidemmi aus ist, dürfte etwas enttäuscht sein:
Entspannung und Erholung lautet hier die Devise.
Zahlreiche
Restaurants aller Preisklassen laden abends zum Dinieren ein, ein wenig
Shopping darf es auch sein, aber die aus anderen populären Küstenorten
bekannte Kommerz- und Eventhölle wird man hier nicht finden.
Für Aktivitäten in der Umgebung bietet sich ein Besuch in Wismar oder Rostock an.
Auch die Bäderkonkurrenz in Form des Ortes Heiligendamm liegt nicht weit.
Nostalgiefreunde
können eine Fahrt mit dem "Molli" genannten Dampfzug antreten, der
mehrmals täglich über die etwa 15 Kilometer lange Strecke von Bad
Doberan nach Kühlungsborn schnauft. Der Zug fährt seit 1910 auf der
Schmalspurbahn und wurde als Touristenattraktion liebevoll restauriert.
An der Seebrücke kann man Schiffsfahrten zu umliegenden Attraktionen buchen.
Der
Leuchtturm "Buk" auf einer nahegelegenen Anhöhe bei dem kleinen Dorf
Bastorf nimmt für sich in Anspruch, der höchste Deutschlands zu sein.
Angesichts
seiner lichten Höhe von lediglich 21 Metern ist man zunächst geneigt,
an dieser Aussage zu zweifeln, bis man erfährt, dass der Höhenzug mit
seinen 78 Metern über Normalnull einfach dazuaddiert wurde. Wir wollen
dann mal nicht so sein.
Unterkunft
Es
ist ratsam, früh zu buchen. Auch wenn fast jedes Haus in Kühlungsborn
dem Zweck der touristischen Unterkunft gewidmet ist, kann es ohne
Reservierung schwierig werden, in den Hotels oder Pensionen auf die
Schnelle etwas zu finden.
Die Preise sind relativ human. Auch
in den umliegenden kleineren Ortschaften finden sich viele kleinere,
oft familiäre Pensionen.
Postsozialistisches
Am
östlichen Ende der Strandpromenade wurde ein Wachturm aus der DDR-Zeit
erhalten und mahnt als Relikt daran, dass das Regime es auch hier für
nötig hielt, die eigenen Bürger am Verlassen des Landes über die Ostsee
zu hindern. Mit starken Scheinwerfern wurde hier unablässig die Küste
überwacht.
Den einen oder anderen Schmunzler wird man sich
angesichts mancher Überreste aus der letzten größeren Epoche der
deutschen Geschichte nicht ganz verkneifen können:
Eine
Parkordnung schreibt an einer Pension für die ganz Unkundigen vor, wie
die durchaus klar und deutlich markierten Stellflächen zu benutzen
sind.
Auf
einer Wiese neben dem Hotel "Schloss am Meer" gibt es die Möglichkeit,
im morgendlichen Tau zu kneippen. Wir sind froh über die Anweisungen,
wie anschließend mit den Füßen zu verfahren ist, um der Ordnung Genüge
zu tun.
Und schließlich erfahren wir in der
Speisekarte eines Strandrestaurants, dass die "Sättigungsbeilagen
variiert werden können". Das erleichtert uns nicht unerheblich.
Fazit
Kühlungsborn mit seinem ganz besonderen Charme ist allemal eine Reise wert. Fahren Sie doch mal hin!
Weitere Informationen über Kühlungsborn finden Sie in unserer Literaturliste oder beim Internet-Auftritt von Kühlungsborn.
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