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Zypriotische Gastfreundschaft kann man das ganze Jahr über genießen, denn Zypern, die Insel der Aphrodite, eignet sich durchaus zum Überwintern. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis nach Israel, dem Libanon oder Ägypten.
Zypern wird vom Troodos-Gebirge beherrscht, das wegen seiner einzigartigen Vegetation bekannt ist. Im Nordwesten findet man felsige Steilküsten und steinige Strände, während im Süden und Osten die Küsten flacher abfallen und sich viele Sandstrände befinden. Dort ist demzufolge auch der Hotelgürtel am dichtesten.
Geschichte
Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, soll an einem großen Felsen an der Südwestküste Zyperns dem Meer entstiegen sein.
Die Ursprünge der zypriotischen Zivilisation lassen sich dem hellenischen Reich zuordnen. Auch hier gab es, ähnlich wie auf Kreta, Zeiten der venezianischen bzw. türkischen Besatzung; viele archäologische Stätten zeugen noch davon.
Dass Zypern einst eine britische Kronkolonie war, ist vielerorts noch zu bemerken; am deutlichsten an dem immer noch vorhandenen Linksverkehr. Auch die Straßen- und sonstigen Hinweisschilder im griechischen Teil sind grundsätzlich zweisprachig. Fast alle Zyprioten sprechen mehr oder weniger gutes Englisch. Ein weiteres Überbleibsel sind die Luftwaffenbasen Akrotiri (nicht weit von Limassol) und Dhekelia, die britisches Territorium sind.
Um verbreiteten Irrtümern vorzubeugen - Zypern gehört nicht zu Griechenland. Es gibt eine eigenständige Republik Zypern. Seit dem Einmarsch der Türken in den nördlichen Teil ist Zypern eine geteilte Insel (die Hauptstadt Nikosia bzw. Lefkosia, wie sie auch genannt wird, ist ähnlich wie das frühere Berlin ebenfalls geteilt). An der Grenze kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Zypern ist der Ort, an dem die traditionelle Feindschaft zwischen Griechen und Türken heute ausgetragen wird. Der südliche Teil wird gemeinhin als "griechischer Teil" bezeichnet, weil dort der allergrößte Anteil der griechischstämmigen Bevölkerung lebt.
Man sollte sich entscheiden, ob man in den nördlichen (türkischen) oder den südlichen (griechischen) Teil Zyperns reisen möchte. Diese Entscheidung kann weitreichende Folgen haben, zum Beispiel wird bei einer entsprechenden Eintragung im Reisepass eine Einreise in den jeweils anderen Teil unter Umständen unmöglich.
Die Situation ist derzeit (Herbst 2003) in Bewegung, nachdem die Republik Zypern dem Beitritt zur EU zugestimmt hat. Der Regierungschef des türkischen Teils, Rauf Denktasch, beharrt auf seiner unversöhnlichen Haltung, erntet damit aber unter den türkischen Zyprioten zunehmend Proteste und Widerstand.
Empfohlene Reisezeit
Aufgrund seiner geographischen Nähe zu Kleinasien und Afrika ist das Klima auf Zypern trocken und heiß. Im Frühjahr oder im Herbst ist es für Mitteleuropäer erträglich. Und auch im Winter kann man es durchaus aushalten. Man wird sich vielleicht im November über die reichlich blühenden Hibiskus- und Bougainvillea-Büsche wundern ...
Ein großes Problem auf Zypern ist der mangelnde Niederschlag. In den letzten Jahren mußte das Wasser rationiert werden, weil die Talsperren des Troodos-Gebirges, die fast den kompletten Wasserbedarf der Insel decken, nicht mehr genug der kostbaren Flüssigkeit liefern können. Das hält die zypriotischen Hoteliers aber nicht davon ab, weiterhin die großen Rasenflächen den ganzen Tag mit Rasensprengern zu beregnen und täglich alle Handtücher zu waschen. Das mit dem Tourismus verdiente Geld scheint derzeit wichtiger zu sein als ein Problem, das "erst" in zwei, drei Jahren akut werden könnte, und die Thematik wird von den Touristen weitgehend ferngehalten.
Die Menschen
Wer die Griechen kennt, würde im öffentlichen Leben der griechischstämmigen Zyprioten wohl auch eher Lockerheit und einen gewissen sympathischen Schlendrian nach dem Motto "Komm' ich heut' nicht, komm' ich morgen" vermuten.
Mitnichten. Man findet eine überaus britische Korrektheit und Zuverlässigkeit vor - angefangen bei den strikt eingehaltenen Ladenschlußzeiten bis hin zu einer ganz und gar ungriechischen Sauberkeit der Straßen, öffentlichen Plätze und Strände.
Und übrigens - kleine Quizfrage - welcher berühmte Abkömmling Zyperns verbirgt sich wohl hinter dem bürgerlichen Namen Georgios Kyriakos Panagiotou? Die Auflösung finden Sie unten.
Die Küche
Die traditionelle zypriotische Küche ist gar nicht unähnlich der griechischen. Ein paar Unterschiede gibt es. So wird Knoblauch sparsamer verwendet, und der Schafskäse heißt hier "Halloumi" und wird nicht aus Schafs-, sondern meist aus Ziegenmilch hergestellt. Und auch (manchen mag das schrecken) der britische Einfluß hat in der Inselgastronomie seine Wirkung hinterlassen. So ist Lamm mit Minzsoße (!) durchaus nichts Ungewöhnliches.
Zu empfehlen, wenn aus guten Zutaten zubereitet (und davon sollte man in den Tourismus-Hochburgen nicht immer ausgehen) ist die zypriotische Spezialität Meze (gesprochen "Meseeh"). Man bekommt auf immer neuen kleinen Tellern viele kleine Häppchen mit verschiedenen Fleisch- und Fisch-Delikatessen. Von einem richtigen Meze wird man mehr als satt.
Mietwagen
Praktisch in jedem Ort findet man Autovermietungen. Wenn man einen Pauschalurlaub bei einem der großen Reiseunternehmen gebucht hat, bringt der örtliche Betreuer, der ein- oder zweimal pro Woche im Hotel erscheint, auch gerne einen Mietwagen auf Bestellung mit.
Man sollte sich allerdings zutrauen, einen Wagen mit Rechtslenkung zu fahren. Die Bedienelemente im Cockpit sind in der Regel spiegelbildlich zu Linkslenker-Fahrzeugen angebracht. Mir ist es mehr als einmal passiert, dass ich statt des Blinkers den Scheibenwischer einschaltete. Und auch das Schalten mit der linken Hand kann schon einmal zu unschönem Krachen im Getriebe führen.
Das ist es ja noch nicht alleine. Der ungewohnte Linksverkehr verlangt zusätzlich höchste Aufmerksamkeit. Jeder Abbiegevorgang will genau durchdacht sein!
Und zudem gibt es - auch das sicherlich eine britische Reminiszenz - jede Menge Kreisverkehre; in meinen Augen gar nicht die schlechteste Art, den Verkehr fließen zu lassen.
Unterkunft
Zypern ist recht fest in der Hand der großen Tourismus-Unternehmen. Auf eigene Faust etwas zu finden, kann sich schwierig gestalten. Auch in der Zeit, die man hier als Nebensaison bezeichnet, sind die Hotels gut ausgebucht. Kleine, private Unterkünfte gibt es kaum. Es empfiehlt sich also, gleich von zuhause aus ein Hotel zu buchen - wenn möglich, mit Halbpension.
Warum? Zypern ist teuer. Richtig teuer. Für eine x-beliebige Pizza bezahlt man zum Beispiel ohne weiteres 10-12 Euro. Da ist es günstiger, den geringfügigen Aufschlag für Halbpension (und damit auch die gelegentliche Minzsoße, siehe oben) in Kauf zu nehmen und nur hin und wieder schön essen zu gehen.
Ein großer Teil der Touristen (nämlich etwa 80%) kommt nach wie vor aus dem klimatisch so sehr benachteiligten Großbritannien. Alleine schon aus diesem Grund kann man sicher sein, in allen Hotels mit Englisch keine Verständigungsprobleme zu haben.
Auflösung des obigen Rätsels: Es handelt sich um den nicht ganz unbekannten Popsänger George Michael. Hätten Sie's gewusst?
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