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Kreta ist bedingt durch seine strategisch wichtige Lage im östlichen Mittelmeer eine sehr geschichtsträchtige (oder sollte man vielleicht besser sagen, gebeutelte?) Region.
Von den Anfängen der minoischen Zivilisation, deren Reste an vielen Stellen noch erstaunlich deutlich zu bewundern sind, über die Zeit der römischen und venezianischen Besetzung bis zu den neuzeitlichen kriegerischen Konflikten mit türkischen Eroberern - die Relikte alle Epochen liegen sozusagen direkt an der Oberfläche.
Für den historisch oder archäologisch Interessierten ist Kreta ein Eldorado. Besuche in Knossos, Phaistos, Rethymnon, Chania und Gortis sind Pflicht. Einen Besuch im archäologischen Museum in Iraklion sollte man ebenfalls nicht versäumen. Es präsentiert unzählige Stücke vor allem aus der minoischen Ära, die über eine Zeit von bis zu 5.000 Jahren perfekt erhalten sind und die einen Eindruck darüber vermitteln, welche unglaubliche Kunstfertigkeit die Minoer, dieses rätselhafte, friedliche Volk, besaßen.
Im Laufe der Jahrhunderte mußten die Kreter sich immer wieder mit fremden Besatzern auseinandersetzen. Wo immer sie konnten, leisteten sie Widerstand, in der Neuzeit auch immer unterstützt durch die orthodoxe Kirche, deren Klöster als Refugien und Keimzellen der Gegenwehr dienten.
Kreta wurde von den wechselnden Herren, ob Römer, Venezianer oder Türken, gnadenlos ausgebeutet und seine Bewohner mit starken Druckmitteln auf die geltende Linie und Religion eingeschworen. Besonders die Zeiten der türkischen Herrschaft und der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg zeichneten sich durch äußerste Brutalität der Neuankömmlinge aus.
Diese wechselhafte Vergangenheit, während der die Kreter nie vollständig kapitulierten und immer ihre Identität bewahrten, ist wohl die Ursache für das ausgeprägteFreiheits- und Unabhängigkeitsdenken und den Stolz der Menschen.
Ein Kreter fühlt sich zwar auch als Grieche, aber in erster Linie immer als Kreter. Und im Gegensatz zu manchen unserer europäischen Nachbarn lassen die Kreter die deutschen Touristen nicht spüren, daß die deutschen Besatzungstruppen im Zweiten Weltkrieg dort in einer Art und Weise Tod und Verwüstung über die Menschen gebracht haben, die der der kürzlichen Balkan- und Nahost-Kriege nicht um vieles nachsteht.
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