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Kanada - das ist ein zweisprachiges Land, das vor einigen Jahren kurz vor dem Auseinanderfallen stand, als sich die Provinz Quebec selbstständig machen wollte.
Kanada - das ist ein Land mit unendlich weiter Tundra, Bergen und Wäldern, in dem Entfernungen von 300 Kilometern für einen Besuch zum Kaffeetrinken völlig normal sind.
Kanada - das ist auch ein High-Tech-Land voller Innovationen. Städte mit grünen Lungen. Und nicht zuletzt ein multikulturelles Land. Begleiten Sie uns.
Die Natur
Kanada ist ein Land, das man lieben lernt. Bei dem einen dauert es einen Moment, bei dem anderen ist es Liebe auf den ersten Blick.
Wer Natur, weite und teilweise raue Landschaften mag, wird irgendwo da draußen auf den endlosen Highways auf den Gedanken kommen, gar nicht mehr zurück zu wollen. Wer gerne Menschen kennenlernt und Städte erforscht, wird in keiner Kneipe alleine bleiben und sich an dem kulturellen Angebot nicht sattsehen können.
Die unendlichen Weiten sind etwas, das man als Bewohner des vollkommen zersiedelten Mitteleuropa erst einmal nicht so einfach fassen kann. Im mittleren Westen über zweitausend Kilometer Prärie, Flachland, schnurgerade Straßen, grenzenlose Einsamkeit, das will erst einmal verarbeitet werden.
Ontario ist abwechslungsreicher, wenn auch nicht viel mehr bevölkert. Seen, Felsen und Wälder prägen die Landschaft hier. Wir bezeichnen Ontario als das "Skandinavien Kanadas".
Im Westen natürlich die Rocky Mountains. Ein Naturschauspiel, das nur als überwältigend zu bezeichnen ist, und das sich kein Kanada-Reisender entgehen lassen sollte, es sei denn, er will sich vorwerfen lassen, das Allerbeste verpasst zu haben.
90% der kanadischen Bevölkerung leben in einem 100 Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze zu den USA. Entsprechend dünn besiedelt sind die nördlicheren Landesteile. Dort gibt es oft nur Schotterstraßen, und entsprechend sollte das Fahrzeug ausgerüstet sein bzw. der Tank rechtzeitig befüllt werden.
Empfohlene Reisezeit
Insgesamt empfiehlt sich aus klimatischen Gründen der Sommer. Toronto hat dann ein fast tropisches Klima, so sind 40 Grad bei 90% Luftfeuchtigkeit im Juli nicht ungewöhnlich. In Vancouver muss man gelegentlich mit Regen rechnen, da die Rocky Mountains als Wolkenbremse wirken und ein Abregnen verursachen können. In den anderen Landesteilen (insbesondere im Norden) kann es natürlich etwas kühler werden.
Die Menschen
Die Kanadier sind äußerst gastfreundliche Menschen, sehr interessiert und offen. Man kann sich bei ihnen sehr wohl fühlen. Wenn man sich ein wenig auf die Leute einlässt (sie machen es einem sehr leicht), kann man interessante Kontakte knüpfen und wird durchaus nach Hause eingeladen und an Verwandte oder Freunde in anderen Orten weitergereicht.
Die insgesamt sehr dünne Besiedlung des Landes hat sicher zu der allgemein verbreiteten Hilfsbereitschaft und Kontaktfreudigkeit beigetragen. Wenn man einen Kanadier mal besser kennenlernt, kann es durchaus geschehen, dass man einen Freund fürs Leben gewinnt.
In den Medien Kanadas ist ähnlich wie in den USA eine hintergründige Berichterstattung über europäische Länder nicht üblich, so dass oft nur Sensationsmeldungen wie z.B. Berichte über rechtsextreme Terrorakte den Weg über den Atlantik machen. Entsprechend ist (leider) das dortige Medien-Bild von Deutschland geprägt. Was mir während meines Aufenthaltes sehr positiv auffiel, war, dass eigentlich alle Leute, die ich kennenlernte, vollkommen vorurteilsfrei waren und neugierig die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, sich einmal Informationen über Deutschland aus erster Hand zu besorgen, um ihren bisherigen Eindruck zu ergänzen bzw. auch zu korrigieren.
Und ja, die Kanadier sagen wirklich oft "Eh" und fühlen sich den Amerikanern eindeutig überlegen.
Einreise
Als Deutscher benötigt man für die Einreise nach Kanada kein Visum. Man sollte sich allerdings darauf vorbereiten, den Zollbeamten am Ankunftsflughafen ein bereits gebuchtes Rückflugticket vorzulegen sowie nachzuweisen, dass man in der Lage ist, sich während seines Aufenthaltes in Kanada finanziell über Wasser zu halten.
Zeltplätze
Die staatlichen Zeltplätze sind hervorragend gepflegt und zu empfehlen. Andere Übernachtungsmöglichkeiten wie z.B. Motels richten sich natürlich nach dem persönlichen Portemonnaie. Wenn man sich unterwegs mit jemandem anfreundet, wird man durchaus auch mal zum Übernachten eingeladen.
Fahrzeugkauf
Wer länger als drei, vier Wochen in Kanada verweilt, fährt günstiger, wenn er ein Fahrzeug kauft, anstatt es zu mieten. Hierbei ist zu beachten, dass man für die Zulassung eine Adresse in Kanada benötigt (die Adresse von Freunden oder Verwandten tut es hierfür). Eine Versicherung muss man sich dann vor Ort besorgen. Hierbei ist natürlich Haftpflicht vorgeschrieben und Vollkasko zu empfehlen. Versicherungsagenten inserieren in den örtlichen Zeitungen. Man fährt dann einfach zu einem solchen Büro und schließt eine Versicherung ab. Hierbei ist es aus finanziellen Gründen oft interessant, gleich auf drei oder sechs Monate abzuschließen. Verkauft man das Fahrzeug früher, kann man sich die Differenz dann per Scheck erstatten lassen.
Um eine Einstufung in die Katastrophenklasse (notorische Unfallfahrer sowie Touristen) mit entsprechend hohen Beiträgen zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine Bescheinigung der deutschen Versicherung vorzulegen, dass man schon seit so und soviel Jahren unfallfrei fährt. In englischer Sprache natürlich.
Kauf und Verkauf werden sehr unkompliziert abgewickelt, allerdings darf man nicht immer davon ausgehen, dass eine Probefahrt möglich ist. Für das Verkaufen des Fahrzeugs kann man sich eine Liste von Händlern aus den Gelben Seiten holen, wo diese sehr zahlreich inserieren ("we buy used vehicles").
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